Heuschrecken © Foto66 - Fotolia.com
Dass Berlin eine kuriose Stadt voller brotloser Künstler, Querdenker und mutigen Visionären ist, ist schon lange bekannt. Dass hier dementsprechend auch sehr exotisch und aufregend gespeist werden kann, dürfte sich mitlerweile auch schon herumgesprochen haben. Vor allem, da auch Preise in Mittelklasse-Restaurants deutschlandweit ihres Gleichen suchen, gehört es für viele Berliner zum Alltag, essen zu gehen. Thai, Pizza, Indisch oder Döner – bei vielen Restaurants ist man mit weniger als 5 Euro gut bedient. Einkaufen und kochen ist da beinahe genauso teuer. Immer schwerer wird es also auch in Berlin, Aufmerksamkeit zu erregen, in all diesem Anders-Sein, das mittlerweile bereits kommerzialisiert und ausgeschlachtet wird. Doch hin und wieder gelingt eine spektakuläre Neueröffnung – alles hat Berlin nämlich noch lange nicht erlebt.
Und genau ein solcher Fall ist die Eröffnung eines ganz speziellen Restaurants, die allerdings mitterweil auch schon einige Jahre zurückliegt. Kein Grund, nicht noch einmal nach dem Rechten zu sehen, im 1995 eröffneten und bis heute erstem und einzigem Insekten-Restaurant Berlins. “Never Never Land – Outback” nennt sich das australische Lokal, eine Mischung aus Restaurant und Kneipe, das in der Cranachstr. 55 seinen festen Sitz hat. Alleine schon australische Spezialitäten wie Känguru, Krokodil und Strauß sollten dem ein oder anderen Berliner übel aufstoßen und ein bisschen zu exotisch sein, doch das ist bei weitem nicht alles, was die umfangreiche Speisekarte hergibt: Auch Mehlwürmer, Larven und Heuschrecken findet man darauf. Wie wäre es etwa mit Heuschrecken auf gemischten Salat für 8,90 Euro als knackige Vorspeise? Oder mit einem Dessert der besonderen Art, etwa Schwarzkäfer-Larven mit Schokolade für 6,90 Euro?
Ob einem das schmeckt oder nicht, muss jeder selbst herausfinden. Dass Insekten gesund sind und wichtige Stoffe beinhalten, ist heutzutage ein bekannter Fakt. Schmecken müssen sie natürlich trotzdem nicht jedem. Wenn sie aber einmal wieder Lust auf ein kulinarisches Abenteuer haben – nun wissen sie, wo sie fündig werden.